Die Toleranz in der FDP war ein Magnet für Direktkandidat Nils Gründer

Text und Foto: jpl / WOCHENBLATT

Der 23-jährige Nils Gründer ist Bundestags-Direktkandidat für die FDP.

Leben und leben lassen

Bereits als Kind hat Nils Gründer zusammen mit seinen Eltern Tagesschau geschaut: „Und ich wollte damals schon immer wissen, warum das alles so passiert.“ Heute ist der 23-jährige Neumarkter Direktkandidat der FDP im Wahlkreis 232 für den 20. Deutschen Bundestag. Zur FDP ist er gegangen, „weil ich das Lebensgefühl dort gut finde: Leben und leben lassen – diese tolerante Haltung hat mir schon immer gefallen“. Und außerdem findet er „seinen“ Bundesvorsitzenden Christian Lindner „cool als Person“. Auch das Elternhaus von Nils Gründer sei „liberal geprägt“ gewesen: „Politik war immer Teil der Diskussionen am Essenstisch“, sagt der 23-Jährige.

Und so lag es nahe, sich für die FDP zu engagieren, was ihm schon zu seiner Schulzeit am Ostendorfer Gymnasium einiges an Durchsetzungsvermögen kostete: „Ich besuchte den sozial-wissenschaftlichen Zweig am OG und war der einzige, der wirklich eine liberale Meinung vertrat. Das hat mich ein Stück weit abgehärtet. Ich war oft Einzelgänger, spürte Gegenwind und bekam blöde Sprüche ab. Ich habe auf diese Weise aber auch gelernt, mit vielen klarzukommen.“ Und so hat Nils Gründer schon bald wichtige Tugenden eines Politikers entwickelt: „So etwas härtet ab – in der Schule habe ich Freude daran entwickelt, zu meinen Positionen zu stehen.“ Nils Gründer hat „Spaß an der Interaktion und am Wortgefecht“ und gibt zu: „Das muss man mögen!“ Er hat festgestellt, dass sich Politiker untereinander privat oft sehr gut verstehen und lediglich in der Sache ihre Meinung hart vertreten: „Das muss man trennen und darf es nicht persönlich nehmen, was im Wahlkampf leider oft passiert.“

Nils Gründer freut sich auf die Bundestagswahl: „Es wird total spannend und das finde ich schön. Diesmal geht es noch mehr um Inhalte und große Dinge, es ist offen wie nie.“ Offen ist heuer auch die Wahl des Direktkandidaten, doch Nils Gründer bleibt realistisch: „Das letzte Direktmandat hat die FDP im Jahre 1990 in Ostdeutschland geholt.“ Gründers Hoffnung: „Ich kämpfe vor allem auch für die Erststimme, hier bin ich in Bayern auf Platz 15 und rechne mir gute Chancen aus, auch wegen der anstehenden Bundestagsreform.“ Wenn die FDP bei elf bis zwölf Prozent liege, habe er gute Chancen, in den Bundestag einzuziehen.

Die Verteidigungspolitik liegt dem 23-Jährigen sehr am Herzen: „Ich wollte eigentlich Soldat werden, aber das ging aus medizinischen Gründen nicht. Die Bundeswehr muss gut ausgestattet und ein attraktiver Arbeitgeber sein.“ Die „Generationengerechtigkeit“ ist ein weiterer Punkt, für den sich Nils Gründer gerne einsetzt: „Jung und Alt sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden; die junge Generation muss auch ihre Stimme haben.“ Klimaschutz und eine funktionierende Wirtschaft sieht Nils Gründer als weitere wichtige Punkte – und speziell in der Region würde er gerne die Digitalisierung vorantreiben: „Wir müssen auch die Verwaltungen mehr digitalisieren und papierlos arbeiten. Die Bürokratie ufert aus.“

Passend zu seinem Job als Politiker studiert Nils Gründer Volkswirschaftslehre in Göttingen, wo sich auch seine Frau Marie Dyckers weiterbildet. Seit 2020 sind die beiden verheiratet: „Ich bin aber regelmäßig bei meinen Eltern in Neumarkt“, sagt Nils Gründer „und den ganzen Sommer sind wir auch hier. Ich will kein Grußonkel sein – und wenn das mit dem Bundestag klappt, ziehen wir vollends nach Neumarkt.“

Sein politisches Ziel für die Zukunft ist: „Wir müssen als Gesellschaft zusammen Reformen schaffen. Es darf kein ,Weiter so` geben.“ Nicht zuletzt deshalb hofft Nils Gründer, dass seine FDP nach der Wahl „in die Regierung eintreten kann.“

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